

Deine Rankings stehen, deine Impressionen sind stabil, und trotzdem kommen weniger Leute auf der Website an. Googles Erklärung dafür lautet seit Monaten: keine Sorge, das waren ohnehin nur die schlechten Klicks. Eine neue Studie hat genau das nachgemessen. Das Ergebnis ist unbequem: Die Besucher, die durch AI Overviews wegfallen, sind exakt so wertvoll wie die, die noch durchkommen.
Die Ökonomen Saharsh Agarwal und Ananya Sen haben ein randomisiertes Feldexperiment gefahren: Eine Gruppe bekam Googles KI-Zusammenfassungen zu sehen, die andere nicht. Nach zwei Wochen wurden die Gruppen getauscht. Wer plötzlich AI Overviews sah, klickte weniger nach außen. Wer sie wieder loswurde, klickte mehr. Der Effekt hängt an der Ausspielung, nicht an den Leuten.
Der Unterschied bei den organischen Klicks liegt bei 39,8 Prozent. Ausgespielt wurden AI Overviews bei rund 41 Prozent aller Suchanfragen im Experiment.
Spannender ist der zweite Teil. Google-Suchchefin Liz Reid erklärt den Rückgang seit Längerem mit sogenannten Bounce Clicks, also Besuchern, die sowieso nur kurz reinschauen und sofort wieder weg sind. Belege dafür hat Google nie veröffentlicht. Die Studie hat drei Qualitätssignale der zusätzlichen Klicks verglichen: Rücksprung zur Ergebnisseite, Besuche unter zehn Sekunden und die Verweildauer auf der Zielseite.
Bei keinem der drei gibt es einen statistisch signifikanten Unterschied. In beiden Gruppen sprangen rund vier von zehn Besuchern zur Ergebnisliste zurück, etwa 18 Prozent der Besuche endeten binnen zehn Sekunden. Wäre der verlorene Traffic reine Deko, müsste er messbar schlechter aussehen. Tut er nicht.
Fairerweise: Das Papier liegt als Working Paper auf SSRN und hat den Peer Review noch nicht durchlaufen. Es ist die beste Datenlage, die wir aktuell haben, kein Naturgesetz.
Die Studie kommt aus den USA. Für Deutschland liefert Sistrix die Hausnummer, und die ist keine Randnotiz. Auf Basis von rund 100 Millionen beobachteten Keywords fehlen deutschen Websites monatlich etwa 265 Millionen Klicks, das sind gut 6,6 Prozent aller organischen Klicks im Land. Stand der Auswertung: Februar 2026.
Die Zahl, die im Alltag am meisten wehtut, ist eine andere. Steht ein AI Overview über den Ergebnissen, fällt die durchschnittliche Klickrate des ersten Treffers von 27 auf 11 Prozent. Platz eins ist damit nicht mehr Platz eins. Es ist Platz eins unter einer Antwort, die deinen Besucher vielleicht schon zufriedengestellt hat.
Etwa jede fünfte Suchanfrage in Deutschland löst laut Sistrix ein AI Overview aus. Klingt beherrschbar. Ist es nicht, denn diese eine von fünf verteilt sich alles andere als zufällig.
Der Verlust konzentriert sich fast vollständig auf informationsnahe Suchanfragen. In der Studie wurden AI Overviews bei 53 Prozent dieser Suchen ausgespielt, aber nur bei 15 Prozent der navigationalen und 6 Prozent der transaktionalen Anfragen. Bei den letzten beiden Gruppen war kein messbarer Klickverlust zu sehen.
Das ist die eigentliche Nachricht für den Mittelstand. Betroffen sind nicht die Leute, die deinen Firmennamen tippen oder direkt ein Angebot wollen. Betroffen sind die, die am Anfang stehen: Was kostet eine Lüftungsanlage für 800 Quadratmeter? Welche Fördermittel gibt es? Worauf muss ich bei der Wartung achten?
Das sind die Fragen, mit denen jede Kaufentscheidung beginnt. Wer sie beantwortet, kommt in die engere Wahl. Und genau diese Antworten übernimmt Google jetzt selbst.
Nimm einen Fachbetrieb für Gebäudetechnik mit 5.000 organischen Sitzungen im Monat. Rund 60 Prozent davon kommen über informationsnahe Suchanfragen, also 3.000. Bei etwa der Hälfte dieser Suchen erscheint ein AI Overview, macht 1.500 Besuche im Einflussbereich. Bei 40 Prozent Klickverlust fehlen davon 600 Besucher pro Monat.
Bei einer Anfragequote von 1,5 Prozent sind das 9 Anfragen, die nie entstehen. Bei 25 Prozent Abschlussquote und 6.000 Euro durchschnittlichem Auftragswert reden wir über rund 13.500 Euro Auftragsvolumen. Pro Monat. Über ein Jahr gerechnet liegt der Betrag im sechsstelligen Bereich.
Setz deine eigenen Zahlen ein. Das Ergebnis wird dir vermutlich trotzdem nicht gefallen.
Die Antwort ist nicht mehr vom Gleichen. Wenn Google die Antwort selbst gibt, musst du in dieser Antwort vorkommen. Dafür hat sich der Begriff GEO eingebürgert, Generative Engine Optimization: Sichtbarkeit in KI-generierten Antworten statt nur in der Linkliste darunter. Fünf Dinge, die sich sofort umsetzen lassen:
Die Grundlage bleibt handwerklich sauberer Content. Wie der aussieht, steht hier: Wie schreibt man einen guten SEO-Text?
AI Overviews knabbern nicht am Resttraffic, sie kosten echte Besucher. Der Verlust trifft die Phase, in der Interessenten Anbieter sortieren, und er ist mit klassischen Ranking-Reports kaum sichtbar. Wer nur auf Positionen schaut, misst das falsche Ding und wundert sich über leere Formulare.
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Wir haben die Antworten!

Google weist AI Overviews nicht separat aus, ihre Klicks laufen in der normalen Websuche mit. Das Muster ist trotzdem eindeutig: Impressionen bleiben stabil oder steigen, die Klicks sinken, die CTR bricht ein. Vergleiche dafür informationsnahe Suchanfragen mit transaktionalen und lokalen. Tritt der Einbruch nur bei den Ratgeber-Anfragen auf, ist es kein Rankingverlust.
Ja, weil AI Overviews sich aus den Suchergebnissen speisen. Wer dort nicht auftaucht, wird auch in der KI-Antwort nicht zitiert. Was sich ändert, ist das Ziel: Es geht nicht mehr nur um die Position in der Linkliste, sondern darum, als Quelle in der Antwort vorzukommen. Technik, Struktur und Inhaltsqualität bleiben die Grundlage für beides.