

Drei Agenturen, drei Präsentationen, drei Angebote zwischen 15.000 und 60.000 Euro. Und alle sagen, sie seien die Richtigen für deinen Relaunch. Wer eine Webagentur auswählen muss, vergleicht meistens Folien statt Fähigkeiten. Mit einer einfachen Bewertungsmatrix änderst du das. Hier sind die Kriterien, eine Gewichtung, die sich in der Praxis bewährt hat, und die Fragen, mit denen du hinter jede Präsentation schaust.
Ein Website-Relaunch läuft drei bis sechs Monate, die Seite danach meist fünf Jahre und länger. Trotzdem fällt die Entscheidung oft nach einem einzigen Pitch, und zwar für die Agentur mit dem schönsten Moodboard.
Das Problem: Design ist das, was du im Pitch am besten sehen kannst, aber selten das, woran ein Projekt scheitert. Projekte scheitern an falscher Technik, an fehlendem Tracking, an Redaktionsprozessen, die keiner bedacht hat, oder daran, dass nach dem Launch niemand mehr erreichbar ist. Eine Bewertungsmatrix zwingt dich, genau diese Punkte vorher abzufragen. Und sie macht die Entscheidung im Team nachvollziehbar.
Die Gewichtung unten ist ein Startpunkt für eine typische Unternehmenswebsite im Mittelstand. Passe sie an: Ein Onlineshop gewichtet Technik höher, eine reine Markenseite Design.
Lege eine Tabelle an: Kriterien in die Zeilen, Agenturen in die Spalten. Jede Person aus dem Auswahlteam vergibt pro Kriterium 1 bis 5 Punkte, und zwar direkt nach dem Gespräch, nicht eine Woche später aus dem Gedächtnis.
Dann rechnest du: Punkte mal Gewichtung, aufsummiert pro Agentur. Ein Rechenbeispiel mit zwei Kandidaten:
Agentur A hatte das beeindruckendere Portfolio und hätte den Pitch nach Bauchgefühl gewonnen. Agentur B liefert das rundere Projekt. Genau für diesen Moment ist die Matrix da: Sie macht sichtbar, was im Pitch untergeht.
Ein Tipp aus unserer Praxis: Leg zusätzlich ein K.o.-Kriterium fest. Bei vielen Unternehmen ist das der Datenschutz, bei anderen die Pflegbarkeit durch das eigene Team. Wer da durchfällt, fliegt raus, egal wie viele Punkte er sonst sammelt.
Mit diesen Fragen bekommst du ehrliche Antworten statt Folien:
Die letzte Frage ist die wichtigste. Eine Agentur, die darauf keine Antwort hat, hat entweder noch nicht viele Projekte gemacht oder ist nicht ehrlich zu dir.
Nur nach Preis entscheiden. Das günstigste Angebot hat oft die meisten Lücken, etwa ohne Weiterleitungsplan, ohne Tracking oder ohne Schulung. Vergleiche deshalb Leistungsumfang, nicht Endsummen.
Kein gemeinsames Briefing. Wenn jede Agentur etwas anderes gehört hat, bekommst du Angebote für unterschiedliche Projekte. Schreib die Anforderungen einmal auf und schick allen dasselbe Dokument.
Den Betrieb vergessen. Die Website ist am Launch-Tag nicht fertig, sie fängt dann erst an zu arbeiten. Kläre vorher, wer Updates, Hosting und Weiterentwicklung übernimmt. Wie wir das bei uns lösen, steht auf der Seite zu Hosting und Betrieb.
Eine Webagentur auszuwählen ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Investitionsentscheidung. Mit sechs Kriterien, einer Gewichtung und einer ehrlichen Punktvergabe direkt nach jedem Gespräch triffst du sie auf einer Grundlage, die du auch deinem Chef oder deinem Team erklären kannst.
Du willst vor dem Pitch wissen, wo deine aktuelle Website wirklich steht? Dann hol dir unsere kostenlose Website-Analyse. Damit gehst du mit klaren Anforderungen in die Gespräche, egal mit welcher Agentur.
Damit du nicht bei null anfängst: In unserer Bewertungsmatrix stehen alle sechs Kriterien mit Gewichtung, die Punkteskala und die Pitch-Fragen mit Platz für Notizen. Ausdrucken, ins Gespräch mitnehmen, direkt danach ausfüllen.
Lass uns in 30 Minuten über dein Onlineauftritt sprechen.
Wir haben die Antworten!

Drei bis fünf sind ein guter Rahmen. Weniger geben dir keinen echten Vergleich, mehr kosten dich so viel Zeit in Gesprächen, dass die Auswahl darunter leidet. Wichtiger als die Zahl ist, dass alle dasselbe Briefing bekommen, sonst vergleichst du am Ende fünf verschiedene Projekte.
Eine gute Agentur stellt mehr Fragen, als sie Antworten gibt: zu deinen Zielen, deinen Abläufen und dazu, wer die Seite später pflegt. Sie sagt dir auch, was sie nicht für sinnvoll hält. Wer nach zehn Minuten schon das Design zeigt, hat dein Problem noch nicht verstanden.