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Spam Update 2026: Warum Rankings plötzlich wegbrechen

Spam Update 2026: Warum Rankings plötzlich wegbrechen

SEO
Marcel Engesser
Daniel Rothmund
·
October 5, 2026
·
5 Minuten
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Das Google Spam Update 2026 hat im September zwei Wellen geschickt. Was dahintersteckt, was Googles neue Doku zum Hauptinhalt sagt und wie du prüfst, ob es dich erwischt hat.

Am 24. September hat Google das September-Spam-Update gestartet. Am 30. September kam eine zweite, deutlich spürbare Welle, und Anfang Oktober rollte es noch weiter aus. Wer in diesen Tagen Rankings verloren hat, hat nicht plötzlich schlechte Inhalte. Sondern Inhalte, bei denen Google jetzt genauer hinschaut. Was hinter dem Update steckt, in welcher Reihenfolge du prüfst und was Google dazu neu dokumentiert hat: hier entlang. Stand: Oktober 2026.

Was das Google Spam Update 2026 tatsächlich macht

Google hat das Update über das Search Status Dashboard angekündigt und am selben Tag gestartet. Angesetzt war ein Rollout von bis zu zwei Wochen, weltweit und über alle Sprachen. In der Praxis lief es länger: Die zweite Welle am 30. September hat in vielen Sichtbarkeitskurven deutlichere Spuren hinterlassen als der Start.

Eine konkrete Taktik hat Google nicht benannt. Spam-Updates zielen auf die Spam-Richtlinien, und die Kandidaten sind immer dieselben:

  • Scaled Content Abuse: viele Seiten nach demselben Muster, erzeugt für Rankings statt für Leser
  • Gescrapte oder leicht umgeschriebene Inhalte ohne eigenen Beitrag
  • Keyword Stuffing, also unnatürliche Wiederholungen im Text
  • Linkspam: gekaufte Links, Tauschnetzwerke, Verzeichniseinträge im Dutzendpack
  • Site Reputation Abuse: fremde Inhalte auf der eigenen Domain, um ihre Autorität auszuleihen
  • Cloaking und Oberflächen, die den Nutzer in die Irre führen

Spam-Updates arbeiten anders als Core-Updates. Ein Core-Update verschiebt die Bewertung ganzer Themenfelder. Ein Spam-Update entfernt oder entwertet, was gegen die Richtlinien verstößt. Das trifft seltener die ganze Website und häufiger einzelne Seitengruppen. Genau das ist die gute Nachricht: Der Schaden ist meistens lokalisierbar.

Googles Ergänzung: der Hauptinhalt entscheidet

Mitten in den Rollout hat Google am 2. Oktober seine Dokumentation zu hilfreichen Inhalten erweitert. Zwei neue Abschnitte sind dazugekommen, und beide sind praktischer, als Google-Dokumentation normalerweise ist.

Der erste erklärt, was Google unter Hauptinhalt versteht, und nennt ihn für die Bewertung einer Seite entscheidend. Hauptinhalt ist jeder Teil der Seite, der direkt dazu beiträgt, dass die Seite ihren Zweck erfüllt: Text und Medien, interaktive Funktionen, nutzergenerierte Inhalte, Inhalte in Tabs und ausklappbaren Abschnitten, dazu Seitentitel und Überschriften. Übersetzt: Navigation, Sidebar, Footer und Cookie-Banner retten nichts. Bewertet wird der Teil, für den der Besucher gekommen ist.

Der zweite Abschnitt nennt vier Kriterien, mit denen Googles Quality Rater Inhalte beurteilen:

  • Effort: Steckt echte Arbeit drin, oder ist das automatisch entstanden?
  • Originality: Gibt es Informationen, die es anderswo nicht gibt?
  • Talent und Skill: Merkt man, dass hier jemand mit Ahnung geschrieben hat?
  • Accuracy: Stimmt es sachlich? Bei Geld- und Gesundheitsthemen gilt der strengere Maßstab.

Diese vier Punkte sind kein Ranking-Faktor, den man abhaken kann. Sie sind die Brille, durch die Google deine Seiten anschaut. Und sie erklären ziemlich genau, warum fleißig produzierter Standard-Content seit Monaten an Boden verliert.

Ein Beispiel aus dem Mittelstand

Ein Handwerksbetrieb aus der Region hat 40 Standortseiten: Stuttgart, Esslingen, Ludwigsburg, Böblingen und so weiter. Alle identisch aufgebaut, einziger Unterschied ist der ausgetauschte Ortsname und ein eingebundener Kartenausschnitt. Das hat jahrelang Longtail-Traffic gebracht.

Für Google sind das 40 Seiten nach einem Muster, deren Hauptinhalt in 39 Fällen keinen eigenen Beitrag liefert. Nach dem Update ranken drei davon, der Rest ist weg. Die Reparatur ist keine Löschaktion, sondern eine Entscheidung: Entweder bekommt jede Standortseite echten Inhalt, also Referenzen von vor Ort, Anfahrtszeiten, regionale Besonderheiten, Ansprechpartner, oder es bleiben drei bis fünf Seiten, die etwas zu sagen haben. Beides funktioniert. 40 leere Seiten funktionieren nicht mehr.

Die Reihenfolge, in der du prüfst

Der häufigste Fehler nach einem Update ist Hektik: alles umschreiben, Links abbauen, Seiten löschen. Damit zerstörst du die Spur, an der du erkennen würdest, was eigentlich passiert ist. Diese Reihenfolge hat sich bei uns bewährt:

  1. Datum abgleichen. In der Search Console den Leistungsbericht auf Tage stellen und schauen, ob der Einbruch wirklich zum 24. oder 30. September passt. Wenn er zwei Wochen früher liegt, suchst du am falschen Ort.
  2. Betroffene URLs isolieren. Nicht die Website hat verloren, sondern bestimmte Seiten. Sortiere nach Klickverlust und schau, was die Verlierer gemeinsam haben.
  3. Hauptinhalt bewerten. Nimm die fünf schlimmsten Seiten und frag für jede: Was steht hier, das es nirgends sonst gibt? Fällt dir nichts ein, hast du deine Antwort.
  4. Linkprofil ansehen. Vor allem, wenn in den letzten Jahren mal Links eingekauft wurden, von einer Agentur oder aus einem Paketangebot.
  5. Fremde Inhalte prüfen. Gastbeiträge, Partnerbereiche, Coupon-Unterseiten, alles, was auf deiner Domain liegt, aber nicht von dir kommt.
  6. Erst dann anfassen. Eine Änderung, saubere Dokumentation, nächsten Crawl abwarten. Nicht fünf Baustellen gleichzeitig.

Und wenn du beim dritten Punkt merkst, dass deine Texte eher für Google als für Menschen geschrieben wurden: Wie es anders geht, steht in unserem Beitrag dazu, wie man einen guten SEO-Text schreibt. Wenn der Traffic schon vorher weggelaufen ist, lohnt außerdem ein Blick darauf, was AI Overviews mit deinen Klicks machen.

Fazit

Das Spam Update selbst ist nichts, worauf man reagieren kann. Googles Ergänzung zum Hauptinhalt schon: Sie sagt ziemlich klar, dass Seiten ohne eigenen Beitrag auf Dauer keine Chance haben, egal wie saubere Technik darunter liegt. Wer seine Inhalte daran messen will, braucht keine Tool-Lizenz, sondern eine ehrliche Stunde pro Seitengruppe.

Du willst wissen, welche deiner Seiten das Update erwischt hat und warum? Wir schauen uns das an: kostenlose Website-Analyse. Danach weißt du, ob du ein Content-Problem, ein Link-Problem oder einfach einen schlechten Monat hast.

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Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, bis sich Rankings nach einem Spam Update erholen?

+

Rechne in Wochen, nicht in Tagen. Google muss die geänderten Seiten neu crawlen und bewerten, und bei größeren Aufräumarbeiten greift die neue Einschätzung oft erst mit dem nächsten Update. Wichtig ist, dass du eine Änderung nach der anderen machst und sie mit Datum dokumentierst. Sonst weißt du am Ende nicht, was gewirkt hat.

Woran erkenne ich, ob mich ein Spam Update oder ein Core Update getroffen hat?

+

Am Datum und am Muster. Vergleiche den Einbruch in der Search Console mit den offiziellen Update-Zeiträumen von Google. Ein Spam Update trifft meist einzelne Seitengruppen, die gegen eine Richtlinie verstoßen, ein Core Update verschiebt die Bewertung ganzer Themenfelder und zeigt sich breiter über die Website verteilt.