

Eigentlich hätten ab dem 30. Oktober für jedes Unternehmen, das auf Facebook oder Instagram wirbt, neue Spielregeln gegolten. Dann hat Meta am 23. Oktober den Stichtag auf den 20. November verschoben. Das klingt nach Entwarnung, ist aber keine: Am Text hat sich kaum etwas geändert. Du hast nur drei Wochen mehr Zeit, dein Werbekonto vorzubereiten. Die neuen Meta-Nutzungsbedingungen treffen vor allem zwei Stellen, deine Anzeigen und deine Website, und beides lässt sich bis zum Stichtag in Ordnung bringen.
Genau genommen geht es um zwei Dokumente: die Commercial Terms, also die Geschäftsbedingungen für alle, die Metas Produkte geschäftlich nutzen, und die Self-Serve Ad Terms für selbst gebuchte Anzeigen. Sie gelten für Facebook, Instagram, Threads, Messenger und WhatsApp. Auf Metas eigener Seite zu den Werbebedingungen steht inzwischen das neue Datum: 20. November 2026.
Unterschreiben musst du nichts, einen Button zum Zustimmen gibt es auch nicht. Wer nach dem Stichtag weiter wirbt, hat akzeptiert. Als Alternative bietet Meta nur an, die geschäftliche Nutzung komplett einzustellen. Für die meisten Unternehmen ist das keine Option.
Neu sind drei Punkte. Für alles, was Metas KI an deinen Anzeigen erzeugt oder verändert, bist du allein verantwortlich. Ein Geschäftskonto gilt als Erlaubnis, die damit verbundenen Domains automatisiert auszulesen. Und die bisherigen Sonderbedingungen für KI-generierte Anzeigenmotive wandern in die Hauptbedingungen.
Nicht neu ist dagegen Metas Recht, Tests an deinen Kampagnen durchzuführen, auch wenn das gerade oft anders verbreitet wird. Es steht schon in der Fassung vom August 2025.
Laut der Vorschau und Berichten von Adweek und PPC Land bekommen die Commercial Terms einen eigenen Abschnitt zu KI-Funktionen. Darin steht sinngemäß: Die KI kann Fehler machen und muss keine korrekten, vollständigen oder passenden Ergebnisse liefern. Das Risiko trägst du.
Bisher warst du nur verantwortlich, wenn du die KI-Werkzeuge selbst ausgewählt hattest. Nach der neuen Fassung soll das auch für Funktionen gelten, die Meta von sich aus einschaltet. Advantage+ kann Hintergründe austauschen, Texte übersetzen, Sitelinks ergänzen oder aus deinen Produktfotos neue Bilder und Karussells bauen. Die Agentur Exverus berichtet laut PPC Land, dass Meta solche Verbesserungen teils ohne Zutun der Werbetreibenden anwendet. Viele der Optionen stecken in eingeklappten Menüs im Werbeanzeigenmanager.
Ein Möbelhändler aus der Region bewirbt ein Sofa. Advantage+ setzt das Produktfoto in einen neuen Wohnraum, ergänzt den Anzeigentext und übersetzt ihn für die Zielgruppe in der Schweiz. Dabei taucht plötzlich „versandkostenfrei“ auf, obwohl der Händler Versandkosten berechnet. Oder das generierte Bild zeigt eine Stoffvariante, die es gar nicht gibt.
Beschwert sich ein Kunde oder flattert eine Abmahnung wegen irreführender Werbung ins Haus, ist nach den neuen Bedingungen nicht Meta zuständig. Sondern der Händler. Dass die KI das allein gemacht hat, hilft ihm dabei wenig.
Wer ein Geschäftskonto betreibt, erlaubt Meta laut Klausel, die damit verbundenen Domains automatisiert auszulesen, Seiten zwischenzuspeichern und später erneut abzurufen. Das betrifft nicht nur Landingpages, sondern alles, was mit deinen Produkten und Leistungen verbunden ist, also oft auch Kategorieseiten und den Blog.
Ursprünglich stand in der Klausel ausdrücklich, dass die Inhalte auch für das Training von KI genutzt werden dürfen. Nach Protesten hat Meta Mitte Oktober das Wort „trainieren“ gestrichen. Der Zweck heißt jetzt „Werbe- und Geschäftsprodukte“. Juristen und Verlegerverbände halten das für kaum enger, weil dazu auch Metas generative KI gehört. Europäische und britische Verlage haben deshalb die EU-Kommission und die britische Wettbewerbsbehörde CMA eingeschaltet. Ein Ergebnis gibt es bisher nicht.
Meta sagt, man beachte die robots.txt. Im Vertrag steht diese Zusage allerdings nicht. Dein wichtigster Hebel bleibt die robots.txt trotzdem, und zwar getrennt nach den einzelnen Crawlern:
Pauschal alles von Meta auszusperren ist meistens die schlechteste Lösung. Dann leidet die Linkvorschau, ohne dass du beim KI-Thema viel gewonnen hast.
Das meiste ist an einem Nachmittag erledigt, am besten in dieser Reihenfolge:
Schwanken deine Kampagnen in den nächsten Wochen ohne erkennbaren Grund, hilft das Änderungsprotokoll. Hältst du dort deine eigenen Änderungen fest, kannst du später unterscheiden, ob du etwas verstellt hast oder ob Meta gerade testet.
Stand: Oktober 2026. Metas Texte waren bis zuletzt in Bewegung, die Fassung zum 20. November kann sich noch ändern. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.
Die Verschiebung auf den 20. November ändert nichts am Kern: Meta schiebt das Risiko für die eigene KI zu den Werbetreibenden und sichert sich weitreichenden Zugriff auf deine Website. Beides musst du nicht hinnehmen, ohne hinzuschauen. Wer jetzt seine KI-Einstellungen aufräumt und die robots.txt bewusst setzt, wirbt nach dem Stichtag einfach weiter, nur mit offenen Augen.
Du willst wissen, ob deine Meta-Kampagnen und deine Website sauber aufgestellt sind? Wir schauen uns das in einer kostenlosen Analyse an und sagen dir ehrlich, wo du nachbessern solltest und wo nicht. Warum Website und Anzeigen dabei zusammengehören, liest du in unserem Beitrag SEO, Ads und Website aus einer Hand.
Lass uns in 30 Minuten über dein Onlineauftritt sprechen.
Wir haben die Antworten!

Nein. Es gibt keinen Button und keine Unterschrift. Wer nach dem 20. November 2026 weiter über Facebook, Instagram oder WhatsApp wirbt, hat zugestimmt. Die einzige Alternative laut Meta ist, die geschäftliche Nutzung der Plattformen einzustellen.
Über die robots.txt, getrennt nach Crawler. FacebookExternalHit für Linkvorschauen solltest du offen lassen, Meta-ExternalAgent und Meta-WebIndexer kannst du sperren, wenn deine Inhalte selbst das Produkt sind. Eine vertragliche Zusage, dass Meta die robots.txt beachtet, enthalten die neuen Bedingungen allerdings nicht.